Das fortgeschrittene Prostatakarzinom wird nach einer bestimmten Zeit erfolgreicher Androgenablation kastrationsresistent. Unter Weiterführung der GnRH-Agonisten- oder -Antagonisten-Therapie bei Testosteron-Werten im Kastrationsbereich steigt der Wert des Prostata-spezifisches-Antigens (PSA) weiter. In dieser Situation ist die Einleitung einer Hormonmanipulation zum Beispiel mit Antiandrogenen, Glucocorticoiden oder einem Antiandrogen-Entzug häufig geeignet, den Einsatz der Chemotherapie zeitlich hinauszuschieben. Neben der Chemotherapie ist in den letzten Jahren eine Reihe weiterer Substanzen zur Behandlung des kastrationsresistenten Prostatakarzinoms entwickelt worden, unter anderem Androgensynthese-Inhibitoren, Androgenrezeptor-Antagonisten, Immuntherapeutika sowie Radionuklidtherapeutika. Weitere Substanzen befinden sich in früher klinischer Erprobung. Es ist zu erwarten, dass durch das Spektrum der neuen Therapien die Behandlungsergebnisse des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms weiter verbessert werden.
Arzneimitteltherapie 2014;32:270-3